20.09.2019, von Johanna Fendl

Wer arbeitet, darf auch feiern

Das THW Bogen feiert 50. Geburtstag

Festlich geschmückt war die Oberalteicher Klosterkirche zum Jubiläumsgottesdienst des THW Bogen. Foto: Michaela Richter.

Mit einem Festgottesdienst sowie anschließendem Festakt beging das Technische Hilfswerk (THW) Bogen am Freitag, den 20. September 2019 in Oberalteich sein 50-jähriges Jubiläum.

 

Gegründet 1969 kann der Ortsverband (OV) Bogen auf eine Geschichte zurückblicken, die nun schon ein halbes Jahrhundert umfasst. Herausfordernde Einsätze von Beginn an, eine steigende Mitgliederzahl sowie zunehmende Platzprobleme prägten die ersten Jahre. Nach dem Wegfall der Wehrpflicht ging die Zahl der Ehrenamtlichen deutlich zurück, allerdings stiegen das Ausrüstungs- und Ausbildungsniveau stetig, sodass die größeren Fahrzeuge und die umfassenden Geräte einen Umzug von kleineren Räumlichkeiten zuerst 1982 in das Bogener Einsatzzentrum sowie dann 2012 in die neu gebaute Unterkunft in der Petersgewanne 7 in Furth bei Bogen erforderten. Nach wie vor steht die gute und intensive Ausbildung der Einsatzkräfte im Vordergrund, sodass sie bei den zahlreichen örtlichen und überregionalen Einsätzen stets ruhig und effektiv helfen können.

 

Um nun auf diese 50 Jahre zurückzublicken und sich auf die kommenden Jahrzehnte vorzubereiten, versammelten sich die Mitglieder mit ihren Angehörigen, den Junghelferinnen und Junghelfern, Vertreter*innen aus Politik und Gesellschaft, der Bundesanstalt THW, weiterer Hilfsorganisationen, der Bundeswehr und des Verbands der Reservisten sowie der Polizeiinspektion Bogen am Freitagabend zu einem gemeinsamen Festakt mit vorhergehendem Festgottesdienst.

 

Pfarrer und Bischöflich Geistlicher Rat (BGR) Richard Meier zelebrierte zusammen mit Pfarrerin Susanne Kim den ökumenischen Gottesdienst in der Kirche Oberalteich. Beide blickten auf die vergangenen 50 Jahre seit der Gründung des Ortsverbandes zurück, hoben den hohen Stellenwert des Ehrenamtes hervor und betonten, dass die Hilfe am Nächsten durch die „Blauen Engel“ des THW – analog zum barmherzigen Samariter aus dem Lukasevangelium – aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sei. Besonders das Symbol der Bundesanstalt, das Zahnrad, sei ein Sinnbild für Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen, so Meier. Die zwölf Zähne (er habe sie tatsächlich nachgezählt) verdeutlichen, dass die ganze Maschinerie des Zivil- und Bevölkerungsschutzes nicht funktioniere, wenn auch nur einer davon fehle, betonte Meier. Außerdem sei die Jugendarbeit besonders wichtig und würde im OV Bogen hervorragend umgesetzt. Susanne Kim hob hervor, dass es heutzutage nicht mehr selbstverständlich sei, seine Freizeit im Ehrenamt zu verbringen, und kritisierte Gaffer und solche Menschen, welche die Hilfeleistungen auf verschiedenste Weise behinderten.

Christina Richter, Susanne Huber, Florian Feicht und Jonathan Herbst, alle Mitglieder des OVs, gestalteten ein Anspiel mit Bezug auf die alltägliche THW-Arbeit und die Einsatzsituationen, bevor Susanne Huber und Christina Richter Fürbitten für alle Hilfsorganisationen, die aktiven Einsatzkräfte des THW Bogen, ihre Angehörigen, die Betroffenen bei Einsätzen sowie für verstorbene Mitglieder verlasen und für jede Fürbitte eine Kerze mit THW-Logo angezündeten. Besonders gedachten die Anwesenden Georg Hilmer, dessen Beisetzung erst am Nachmittag kurz vor dem Festakt stattgefunden hatte, und welcher jahrzehntelanges aktives Mitglied des OV Bogen war.

Der Bogener Chor Regenbogen gestaltete den Wortgottesdienst mit einem gesungenen Vater Unser sowie Liedern wie „Fang mich auf“, „Nehmet einander an“ und „Miteinander gehen“ und übertrug so musikalisch den Grundsatz des Helfens und Vertrauens in Gott auch auf das Wirken des Ortsverbandes Bogen.

 

Nach dem Gottesdienst zogen die Festteilnehmer*innen, angeführt von der Musikkapelle Brandlberger Buam und begrüßt von Salven der Bogener Böllerschützen, feierlich aus der Kirche durch den Klosterinnenhof in das Kulturforum ein. Dort erwartete sie ein Häppchenbüffet des Gasthauses Plötz / Großlintach sowie Getränke, die von der Familie Rosenhammer im Kulturforum gestellt wurden. Nach der Stärkung versammelten sich die Gäste im Festsaal zum feierlichen Festakt anlässlich der 50-Jahrfeier.

 

Zu Beginn gab der Ortsbeauftragte Josef Feldmaier einen Überblick über das Festprogramm, bevor er zusammen mit der Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit Johanna Fendl die anwesenden Gäste begrüßte. Neben der Geistlichkeit, vertreten durch BGR Richard Meier und Pfarrerin Susanne Kim, hießen beide Landrat Josef Laumer und seinen Stellvertreter Fery Eckl mit den Kreisrätinnen und Kreisräten willkommen, dazu Bogens ersten Bürgermeister Franz Schedlbauer mit den anwesenden Stadträten, MdB Alois Rainer und parlamentarischen Staatssekretär und MdB a.D. Ernst Hinsken, MdL Josef Zellmeier und die Bürgermeister des Landkreises Straubing-Bogen. Außerdem durften sie Vertreter*innen der Kreisfeuerwehren mit Kreisbrandrat Albert Uttendorfer, des Malteser Hilfsdienstes, der Bergwacht Bogen, der Polizeiinspektion Bogen, des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. und des Panzerpionierbataillons 4 in Bogen begrüßen. Auch Mitglieder des Spielmannszuges der Freiwilligen Feuerwehr Oberalteich, der KLJB Oberalteich und des Trachtenvereins Bogen wurden willkommen geheißen. Von der Bundesanstalt THW waren als Vertreter des Landesverbandes Bayern Hendrik Maler sowie von der Regionalstelle Straubing Marieluise Sandner-Wilke anwesend, für den Helferverein des THW Bogen der erste Vorsitzende Hans Leidl mit Frau und der zweite Vorsitzende Robert Zitzlsberger mit Familie. Neben den aktiven Mitgliedern mit Anhang und den Junghelferinnen und Junghelfern begrüßten Feldmaier und Fendl auch den ehemaligen Ortsbeauftragten Jürgen Wegener sowie die „guten Seelen des OVs“ Anni Hafner und Hildegart Greber. Besonders freuten sich beide, dass sogar einige der Gründungsmitglieder von 1969 der Einladung in das Kulturforum gefolgt waren.

 

Nach der Begrüßung folgten die Grußworte der Ehrengäste. Den Beginn machte Landrat Josef Laumer, der dem Ortsverband im Namen des Landkreises Straubing-Bogen zu seinem 50. Geburtstag herzlich gratulierte. Er dankte den ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für das „großartige Engagement, das vielfältige Aufgabengebiet mit hoher Qualität und die vielen Einsätze“ und betonte, dass vieles ohne die „Blauen Engel“ des THW nicht möglich wäre. Der Landkreis sei froh, auf den Ortsverband zurückgreifen zu können.

Bogens erster Bürgermeister Franz Schedlbauer schloss sich Laumer an und verglich die „Blauen Engel“ mit den Schutzengeln, die ja für den Schutz der Bevölkerung zuständig seien. Das THW sei vor Ort fest in das Vereins- und Hilfeleistungsgefüge eingebunden und nicht mehr wegzudenken. Persönlich habe er über das bereits verstorbene THW-Gründungsmitglied Franz Karl bereits früh Kontakt zum Ortsverband Bogen aufgebaut, da dieser sein Lehrmeister und Vorbild gewesen sei.

Für Josef Zellmeier, Mitglied des Landtages, sei das jährliche Herbstfest ein Beweis dafür, wie viel der Ortsverband über die Einsätze und Übungen hinaus leisten könne. Auch der Neubau der Unterkunft 2012 mit all ihren politischen Vorarbeiten habe er noch gut in Erinnerung. Auch Zellmeier gratulierte dem THW Bogen zum Jubiläum und unterstrich den engen Kontakt zwischen Hilfsorganisationen und Politik im Landkreis.

Dies betonte auch Alois Rainer, Mitglied des Bundestages, in seinem anschließenden Grußwort. Er würdigte die Gründung des Ortsverbandes vor 50 Jahren und vor allem die Menschen, die diese Gründung erst möglich gemacht hatten. Ausstattung und Ausbildung hätten sich über die Zeit immer wieder verändert und den Gegebenheiten angepasst, so Rainer weiter. Aber die Politik sei stets bemüht, den Anforderungen der Hilfsorganisationen nachzukommen.

Marieluise Sandner-Wilke, Leiterin der THW-Regionalstelle Straubing, erinnerte im Anschluss an verschiedenste Ereignisse im Jahr 1969: die erste Mondlandung in der Geschichte der Menschheit, die Wahlen Gustav Heinemanns zum Bundespräsidenten und Willy Brandts zum Bundeskanzler oder die Erstausstrahlung der ZDF-Hitparade – und die Gründung des THW-Ortsverbandes in Bogen. Dieser sei „ein Ortsverband, der in seinen 50 Jahren Geschichte viel aus sich gemacht hat“, so Sandner-Wilke. „Ihr seid auch im gesellschaftlichen Leben in und um die Stadt Bogen äußerst gut verankert“, wandte sie sich an die Mitglieder und die THW-Jugend. „Warum funktioniert das hier in Bogen so gut?“, fragte sie, um sich direkt die Antwort zu geben: „Ich will jetzt nicht auf Daten, Fakten, Zahlen und Technik eingehen. Nein, mir sind auch das Zwischenmenschliche und der Umgang miteinander sehr wichtig. Und da ist der OV Bogen – da seid ihr alle Vorbild!“, lobte die Regionalstellenleiterin.

Das abschließende Grußwort hielt der aktuelle Ortsbeauftragte Josef Feldmaier selbst. Er stellte die Frage nach der Selbstverständlichkeit des Ehrenamtes in den Raum und dankte den Einsatzkräften für ihr Engagement, die hohe fachliche Qualifikation und die vielen ehrenamtlichen Stunden. Die Nachwuchsarbeit bewertete er dabei als enorm wichtig und vor allem zukunftssichernd: Viele der heutigen Führungskräfte seien aus der eigenen Jugend in den Technischen Zug gekommen und nach vielen Jahren noch heute aktiv. Außerdem dankte er den Gründern, ehemaligen und aktiven Kräften sowie den Familienangehörigen, welche „manchmal etwas länger warten müssen, bis wir nach Hause kommen“. Feldmaier sprach auch den anderen Rettungs- und Hilfsorganisationen, der Polizei, der Stadt Bogen und den Gemeinden im Zuständigkeitsbereich, dem Landratsamt und Förderern aus Politik und Wirtschaft sowie allen dem THW Verbundenen seinen Dank für die stets gute Zusammenarbeit und die Unterstützung aus.

 

Die Brandlberger Buam umrahmten die Reden auch zwischendurch mit musikalischen Einlagen.

 

Nach den Grußworten hielt Hendrik Maler als Vertreter des Landesverbandes Bayern die Festrede. Er überbrachte die Glückwünsche des Landesbeauftragten Dr. Fritz-Helge Voß sowie des gesamten Landesverbandes und der Bundesanstalt THW. Maler verwies auf den Wandel in den letzten 50 Jahren, der sowohl politische, soziale, wirtschaftliche und technische Entwicklungen betraf. Und auf das beständige Engagement im THW Bogen, das die Grundlage sei für ein Bestehen über so lange Zeit. Er unterstrich die Bedeutung von Ehrenamt in der heutigen Zeit und der Bereitschaft, anderen zu helfen. Als Festredner dankte er den Einsatzkräften, aber auch deren Angehörigen und den Arbeitgebern für ihr Verständnis und ihre Bereitschaft, die Mitglieder des THWs zu unterstützen. Die gute Integration in die Vereins- und Hilfsorganisationsstruktur lobte er ebenfalls und verwies auch auf die große Bandbreite an Aktivitäten im Ortsverband, in die sowohl die Jugend ab sechs Jahren als auch Senioren mit 80 Jahren eingebunden seien. Viele auch überregionale Einsätze, fundierte Ausbildungen und eine enge Kameradschaft zeichneten den Ortsverband Bogen aus, so Maler. Zum Schluss wünschte er den Einsatzkräften, dass sie aus jedem Einsatz wieder gesund nach Hause kämen, und gratulierte noch einmal herzlich zum Jubiläum.

 

Der Ortsbeauftragte Josef Feldmaier dankte im Anschluss den Rednern und bat die Gründungsmitglieder, welche noch ausfindbar gemacht werden konnten, auf die Bühne. Ihnen und ihren Kameraden sei es zu verdanken, dass das THW Bogen heute seinen Geburtstag feiern könne, so der OB. Stellvertretend für ihren Mann, den ersten Ortsbeauftragten des OVs Alois Wolf, erhielt Dorothea Wolf einen Blumenstrauß. Ebenfalls als Mitgründer und Ehrengäste waren beim Festakt Berthold Baumgartner, Johann Fuchssteiner, Helmut Hafner, Günter Kraus, Franz Rosenhammer, Franz Schmid und Anton Stahl zugegen.

„Wir haben viel im Archiv gekramt“, so Feldmaier, und verwies dabei auf die neu erschienene Chronik „50 Jahre THW Bogen“, die am Festakt druckfrisch ausgegeben wurde. Er dankte dafür der Beauftragten für Öffentlichkeitsarbeit Johanna Fendl für ihre Recherchen und der inhaltlichen Erstellung der 128 Seiten umfassenden Chronik, sowie Michaela Richter für das Layout und die Gestaltung. Beide erhielten einen Blumenstrauß.

 

Für ihre besonderen Verdienste um die Bundesanstalt THW und ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement wurden Sascha Helmbrecht (krankheitsbedingt nicht anwesend) und Johanna Fendl mit dem Helferzeichen in Gold mit Kranz geehrt. Marieluise Sandner-Wilke von der THW-Regionalstelle Straubing, Hendrik Maler als Vertreter des Landesverbandes und Josef Feldmaier als OB überreichten die Urkunde sowie die Anstecknadel.

 

Am Ende der Veranstaltung lud der Ortsbeauftragte alle Gäste als Multiplikatoren zum Jubiläums-Herbstfest am 28. September 2019 in der Bogener THW-Unterkunft herzlich ein. Außerdem bedankte er sich bei den Helferinnen und Helfern, die sowohl Gottesdienst als auch den Festakt vorbereitet hatten, bei den Familien Waas-Plötz und Rosenhammer für die Verpflegung, der Presse mit Manfred Meindl vom Straubinger Tagblatt, Johanna Fendl und Michaela Richter für die Erstellung der Chronik. Zum Ausklingen des Abends lud Feldmaier alle Anwesenden noch zu einem gemütlichen Beisammensein im Erdgeschoss des Kulturforums ein und wünschte einen guten Nachhauseweg.

 

Bild 1: Festlich geschmückt war die Oberalteicher Klosterkirche zum Jubiläumsgottesdienst des THW Bogen. Foto: Michaela Richter.

Bild 2: Grußwort- und Festredner zusammen mit der Geistlichkeit und den Geehrten. Foto: Simon Santl /  THW Bogen.

 

Mehr Bilder gibt's in der Bildergalerie:https://ov-bogen.thw.de/mediathek/bildergalerien/50-jahre-thw-bogen/


  • Festlich geschmückt war die Oberalteicher Klosterkirche zum Jubiläumsgottesdienst des THW Bogen. Foto: Michaela Richter.

  • Grußwort- und Festredner zusammen mit der Geistlichkeit und den Geehrten. Foto: Simon Santl / THW Bogen.

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